Ambition ist die Konturierung eines Rechtsrahmens für das Legal Design einer zunehmend technikbasierten Welt (Legal Design Framework). Elektronisierung, Digitalisierung, Automatisierung und Autonomisierung bereiten auf eine Mitwelt von natürlichen (u.a. menschlichen) und künstlichen Intelligenzen vor. Die Lehrstuhlinhaberin mit den Lehrbefugnissen im Öffentlichen Recht, Europarecht und Energierecht sucht hierfür mit ihren Teams einen "Forschungsvorrat" zu erarbeiten, der (spätere) Auswahlentscheidungen ermöglicht. Prägend ist die Trias Recht, Technik und Wirtschaft (in alphabetischer Reihenfolge) – also der "Standort" an einer wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät einer Technischen Universität in einer öffentlich-rechtlichen Universitätsstruktur in Deutschland.

Ziel ist die Schaffung von recht(swissenschaft)lichem Erfahrungskapital angesichts einer neuen Dimension des Seins – dem Cyberspace. Der Cyberspace ist durch allzeitige und allgegenwärtige technologische Vernetzung wie globale Konkurrenz geprägt. Das Recht der Verteilung von Chancen, Rechten und Pflichten im Cyberspace – und demzufolge auch in der Realword – wird hier als „Cyberlaw“ bezeichnet.

Der öffentlich-rechtliche Lehrstuhl erarbeitet seit 2002 Wissenschaftsperspektiven wie Grundlagen dieser technikbasierten Welt. Traditionell ist der Fokus die Cybergovernance – also nicht „nur“ das Cyberlaw, sondern auch die Einbeziehung von Compliance zur Erhöhung der Steuerungschancen. Eine effektive und effiziente Steuerung verlangt gerade auch die Einbeziehung der Grenzen des Rechts (Regulation) wie auch der Faktizität/Technizität von „Non-Compliance“. Insbesondere mit der (europa)rechtlichen Aufgabe einer Perpetuierung des Rechtsstaats/der „Rechtsunion“ (eigene Terminologie) auch in einer „Artificial Intelligence (AI)-Driven World“ stellen sich didaktische Herausforderungen, die die Einheit von Forschung und Lehre verlangen (hier als „Akademische Wertschöpfungskette“ bezeichnet). Diese Wertschöpfungskette ist mit dem POP-Prinzip erschließbar – der Prozess des (lebenslangen) Lernens der Organisation (des Lehrstuhls) erzeugt „Produkte“. Diese „Produkte“ werden dann in einem iterativen Kreislauf dem Prozess erneut zugeführt. Seit 2020 adressiert der Lehrstuhl mit transsprachlichen Veröffentlichungen und Lehrangeboten ((Europäisches) KI-Recht & (European) AI-Law) auch eine Mitwelt, die neben menschlicher Intelligenz künstliche Intelligenzen/„künstliche Rationalitäten“ zu integrieren hat. Der Lehrstuhl begleitet so die Ambition der Kommission für eine „Trustworthy AI for Europe“ – in der Terminologie einer 52-köpfigen, hochrangigen Expertengruppe in einer „AI-Driven World“. 2021 beginnt Viola Schmid darüber hinaus, sich (rechts-)wissenschaftlich auf eine „Quantenwelt“ vorzubereiten.