Tradition

Mit der Berufung von Viola Schmid im September 2002 sucht der Lehrstuhl eine Tradition im deutsch-europäischen Cyberlaw zu begründen. Konsequent werden Texte im Cyberspace mit (Erstellungs-)Datum geteilt sowie archiviert. Ältere Texte werden zum einen in "Anführungszeichen" gesetzt und/oder als sogenannte "(Her)Stories" (teilweise auch in sepia gefärbt) veröffentlicht. Ziel ist es, durch eine L.O.S. (Legal Open Source) Strategie möglichst weites wie gleich- und rechtzeitiges Interesse für die zukunftsorientierte Forschung wie Lehre (Legal Foresight – eigene Terminologie) zu wecken.

Bild: Ring von Schmuckmanufaktur Kneist in der Nachbarschaft des Lehrstuhls: schmuckmanufaktur-kneist.de

Ringmetapher seit 2008:

"So entspricht etwa das Bild der Antike vom alles verbindenden Okeanos der Rolle des Internets heute." (R. Michaels, RabelsZ, 2005, 529) Das Fachgebiet Öffentliches Recht wählt die Metapher des Schiffs, um diesen Ozean zu befahren.

Das Fachgebiet Öffentliches Recht betrachtet sich als Brücken- und Pionierlehrstuhl. Zum einen sollen Brücken zum traditional law wie auch den nichtjuristischen Studierenden geschlagen werden; zum anderen sollen aktuelle und zukunftsgerichtete rechtliche Fragestellungen der digitalen Vernetzung möglichst früh und qualifiziert bearbeitet werden. Beispiele waren etwa Arbeiten zum RFID-Recht (bereits 2005) wie auch zur elektronischen Justiz (seit 2003).

„Es ist die Überzeugung des Fachgebiets Öffentliches Rechts, dass der Cyberspace nach Steuerung verlangt. Bereits begrifflich ist dieser Steuerungsaspekt mit dem Wortbestandteil „Cyber“ – kybernetiké téchne – enthalten. Der Lehrstuhl forscht, inwieweit dieser Cyberspace einer Steuerung (gubernatio) zugänglich gemacht werden sollte oder eben nicht und erforscht damit die Grenzen des (Nicht-) Rechts.“

Diese traditionelle Strategie wird 2021 um die Integration künstlicher Intelligenz in die Mitwelt wie die These „Law is Code“ ergänzt.

„Es entspricht der Tradition des Fachgebiets Öffentliches Recht an der Technischen Universität Darmstadt, Rechtskenntnisse und Engagement auch der außeruniversitären Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen. So erfolgte etwa die Durchführung eines Tutorials „Rechts- und Juristenmanagement“ für 14- bis 16-jährige Gymnasialschüler im Rahmen der Hochbegabtenförderung. Des Weiteren sind legal realism Projekte zum akademischen und juristischen Qualitätsmanagement in Arbeit.“

Der Aufbau einer „Citizen Science“-Vorlesung ist unmittelbares Produkt der Überzeugung, dass Cybercitizen insbesondere in Unsicherheitslagen ein hohes Beitrags- wie Risikopotenzial darstellen. Diese Herausforderung wird thematisch unter dem Projekttitel SeCoCi (Security Competent Citizen – im Katastropenschutz als „Spontanhelfer“ bezeichnet) adressiert.